Vier wundervolle Kunstwerke bereichern seit diesem Wochenende für ein paar Wochen die Kirche in Sankt Canisius. Der Charlottenburger Künstler Ulrich Volz, langjähriges Gemeindemitglied, zeigt Werke aus seinem Atelier. Mit einer gut besuchten Vernissage nach der 11-Uhr-Messe wurde die Ausstellung am Sonntag, 13. September, eröffnet.
Zwei große Leinwände und zwei Werke auf Papier von Uli Volz führen im Kirchenraum einen ganz eigenen Dialog mit den architektonischen Gegebenheiten der Canisius-Kirche. Obwohl großformatig und kräftig in Duktus und Farbe haben die ungerahmten und unbefestigten Arbeiten eine fast fragile Präsenz, die sanft in das Licht und die Form der Kirche einfließt. Uli Volz hat in den 1980er-Jahren an der Kunstakademie in Karlsruhe studiert, sein Atelier unweit der Kirche beherbergt einen Schatz an Werken, von denen er nun erstmals auch vier Bilder in seiner Heimatgemeinde zeigt. Kuratorin Bendetta Roux hat den Künstler in diesem Jahr kennengelernt und gemeinsam mit ihm vier Werke ausgewählt, die sich eng an den gewölbten Untergrund der Nordwand in der Kirche anschmiegen. Zusammen mit P. Manfred Hösl SJ eröffnete Bendetta Roux am Sonntag die Vernissage. Mit einfühlsamen Worten, aus denen viel Bewunderung für die Kunstwerke und den Künstler sprachen, führte sie in die Ausstellung ein.
„Selten habe ich bei Leinwänden und Papierarbeiten in diesen Großformaten so ein Gefühl der Geborgenheit erlebt. Für mich ist hier ein Künstler am Werk, der endlos großzügig ist und endlos demütig“, so Bendetta Roux. „Und dies äußert sich nicht nur in dem, was da ist, sondern auch in dem was nicht da ist, nämlich, der übliche Rahmen. In ihrem Ungeschützt-Sein und ihrer Verletzbarkeit erlauben diese Arbeiten die größtmögliche Nähe – oder auch nicht. Sogar beim Betrachten ist die Freiheit grenzenlos und genau darin, denke ich, wurzelt die enge Verbundenheit zwischen Ulis Arbeiten und diesem Ort, unserer Kirche.“
Dass Sankt Canisius mit dieser Ausstellung Werke eines ganz besonderen Künstlers zeigen würde, war Kuratorin Roux gleich beim ersten Kennenlernen klar, wie sie erzählte: „Als ich an einem Nachmittag im Frühsommer eingeladen wurde, Uli Volz Atelier zu besuchen, betrat ich einen Raum auf dem Dachboden, der schon gemütlich warm war, aber der vor allem durchdrungen war von einem unglaublichen Gefühl der Freiheit. Keine Staffeleien, keine Graphikschränke, keine Trennwände mit Bildern in Luftpolsterfolie. Da waren einfach Leinwände, Mal- und Zeichenutensilien und Papier. Davon aber sehr sehr viel und überall. Gefaltet, gerollt, gestapelt.
Bei jedem Entfalten und bei jedem Entrollen öffnete sich eine andere Welt, eine von Ulis gemalten oder gezeichneten Welten, und so brachten diese Arbeiten nicht nur ihre eigenen Farben und Duktus in den Raum hinein, sondern jedes einzelne Werk versetzte uns. Mal waren wir an einem See, mal unter einem dunklen Himmel, mal war es ein Frühlingsgefühl, das sich ums uns ausbreitete, mal einen leisen Sonnenaufgang, an dem wir teilhaben durften. Der Dachboden war einfach die Kulisse und Ulis Arbeiten führten eine Regie, die auf subtilste Weise das Freiheitsempfinden seines Ateliers weiterführte.“
Nach der offiziellen Ausstellungseröffnung hatten die Besucherinnen und Besucher der Vernissage noch Gelegenheit, bei einem kleinen Getränk im offenen Raum der Kirche mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen.
Die Ausstellung mit den Werken von Uli Volz ist in Sankt Canisius noch bis zum 24. Oktober zu sehen.









