Das Gemeindefest fand in diesem Jahr am letzten Augustsonntag bei leichtem und luftigem Sommerwetter statt. Wie schon im letzten Jahr feierten wir zusammen mit der Syrisch-Katholischen Gemeinde. Unsere beiden Gemeinden wuchsen wieder ein Stück mehr zusammen – liturgisch und kulinarisch!
Die Orga des Gottesdienstes war nicht leicht, weil einige ja erst frisch aus den Ferien gekommen waren. Aber da wir Katholik*innen, seien es römisch-katholische, seien es syrisch-katholische, jeweils ein festes Liturgieformular haben und das Rad nicht immer neu erfinden müssen, klappte es auch so recht gut. Und nicht zuletzt lebt der Gottesdienst ja gerade aus viel Spontanität. Die unterschiedlichen Sprachen machen uns klar, dass wir ein Teil einer weltweiten Kirche sind. Toll, dass die jeweils anderen so bereichernd erfahren werden, seien es die unterschiedlichen Gesangsarten oder die Gewänder der Liturgen und Messdiener.
Schön zum Ausdruck kam das Miteinander und das sich gegenseitig Stützen in der lebendigen Bebilderung des Evangeliumssatzes: Wer sein Leben retten will, wird es verlieren! Wer sein Leben bereit ist zu riskieren, der wird es gewinnen. Selma und Lucie (r.-k.), sowie Sara (syr-k.) haben das wunderbar anschaulich gemacht – ohne das vorher auch nur einmal haben üben zu können!
Natürlich versteht kein Deutscher aramäische Einsetzungsworte, aber trotzdem weiß jeder was gerade „dran“ ist. Und die Messdiener mit ihren Schellen und Rasseln helfen uns gemeinsam auch ohne Worte und Übersetzung auf die Sprünge – that’s catholic! Trotzdem war die Einführung von Sara für uns „Römer“ sehr hilfreich!
Dass die überwiegend evangelisch besetzte Ökumenische Kantorei unter der Leitung von Anna Lusikov sich hier wunderbar einfügt machte den Gottesdienst zu einem kleinen Pfingsten. Dank an die Musik von beiden, ja alle drei Kirchen!
Trotz beachtlichem Wind konnten die großen Kirchtore doch noch geöffnet werden, das ganze Küsterteam sorgte dafür. Nach der Messe ging es nach draußen, wo drei ganz unterschiedliche Formate auf alle beseelten Gottesdienstbesucher und frisch dazu Gekommenen wartete:
Die Kita hat traditionell ihren Tag der offenen Tür am Tag des Gemeindefests und öffnete ihre Räume für die ganz Kleinen und die sie begleitenden Eltern.
Die Jugend von St. Canisius war mit starken Kräften an sieben Spielstationen für die kleineren und etwas größeren Kinder am Start, die schon ohne den sichernden Händedruck der Eltern auskamen.
Und für alle anderen Generationen gab es feinschmeckende orientalische Köstlichkeiten und es gab „Vom Grill“ in der fleischigen und vegetarischen Variante, außerdem Kaffee und Kuchen.
Die Leichtigkeit des Nachmittags wurde vor allem von dem begeisternden Pianisten Peter Stolper, einem alten Bandhasen schon aus West-Berliner Zeiten, der mit einem Repertoire von 80 (!) Stücken, deren Titel auf Karten notiert waren, angereist kam, befeuert und befördert.
An Initiativen stellten sich der Förderverein Sankt Canisius Berlin e.V., Canisius+, der Jesuitenflüchtingsdienst JRS und die ökumenische Kantorei vor. Die Gruppe „Aikido und gewaltfreie Kommunikation e.V.“ die in den Gemeinderäumen Training für Kinder und Jugendliche anbietet, stellte sich mit ihren Übungen vor. „Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Grundprinzipien einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung insbesondere Kindern und Jugendlichen zugänglich zu machen. In einer Zeit, in der sich das „Recht des Stärkeren“ immer mehr durchzusetzen scheint, wird es immer wichtiger dafür zu sorgen, dass gerade junge Menschen zu innerer Stärke und Integrität finden,“ so der Flyer des Vereins.
Ein Herzensprojekt unseres Pfarrvikars Pater Manfred Hösl SJ schließlich wurde zu diesem Gemeindefest öffentlich angekündigt: das Lukas Evangelium soll Seite für Seite handschriftlich oder kalligraphisch geschrieben oder gestaltet und gerne auch bemalt werden. Alle Mitglieder der Gemeinde und Besucher der Gottesdienste sind eingeladen, sich zu beteiligen. Ein bereits abgeschlossenes Projekt lag zur Anschauung aus.
Zu diesem Gemeindefest zeigte sich einmal mehr die Vielfalt unserer Angebote, von denen viele auch miteinander verwoben und verzahnt und damit gut integriert sind.
Wir sind dankbar für die Lebendigkeit und den frohen Geist in St. Canisius
Fotos: Jasper Kortmann :
































Fotos: Martina Schneider




















