Anpfiff zur Ausstellung rund ums runde Leder

Der Ball rollt – in Mexiko, Kanada und USA. Die Fifa-Weltmeisterschaft ist angepfiffen. 48 Teams ermitteln in 104 Spielen den nächsten Weltmeister. Passend zur Fifa-WM zeigt St. Canisius eine kleine Kunstausstellung mit 56 postkartengroßen Exponaten.

»Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.«  Diese bis heute gültige Weisheit Sepp Herbergers, Weltmeistertrainer der deutschen Nationalmannschaft von 1954, bildet das Motto der Ausstellung, die während der diesjährigen Weltmeisterschaft in der Kirche zu sehen ist.

Präsentiert wird eine kleine themenbezogene Auswahl aus dem Zyklus der Minimalinvasiven Collagen des Autors, Übersetzers und Graphikers Nikolaus Georg Schneider. Die auf Ansichtskarten basierenden Bilder zeigen mehr oder weniger vertraute Kunstwerke oder Konstellationen, die jeweils um ein fußballerisches Motiv ergänzt wurden. Die Entstehungszeit der Kunstwerke umfasst eine Zeitspanne von über 3000 Jahren und reicht vom Ältesten, einem Terrakottarelief aus dem 2. Jahrtausend vor Christus mit einer Darstellung von Gilgamesch und Enkidu im Kampf mit Humbaba aus dem Vorderasiatischen Museum in Berlin, über Albrecht Dürers zum Torhüter mutierten Hirschkäfer bis zur südliche Gefilde heraufbeschwörenden Capri-Batterie von Joseph Beuys im Münchner Lenbachhaus. Neben der zeitlos reizvollen Kugelform des Balles, (der, so nochmals Herberger, nachweislich „rund ist“), finden sich hin und wieder auch Szenen, die gerade durch die Abwesenheit dieses globalen „Objekts der Begierde“ ihren Reiz entfalten. Doch ganz unabhängig von ihrer Herkunft oder spezifischen Gestalt belegen alle diese Werke überzeugend, dass die (angeblich) schönste Nebensache der Welt und Hervorbringungen der Hochkultur einander keineswegs ausschließen – und sie laden zu neuen Lesarten ein, das eine oder andere Augenzwinkern inbegriffen.

Die einzelnen, signierten und gestempelten, Werke können am Ende der Ausstellung gegen eine Spende an den Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) in Höhe von jeweils mindestens 20 Euro erworben werden. Auf der Finissage am Sonntag, 12. Juli, besteht nach der Abendmesse ab 19.30 Uhr Gelegenheit, direkt mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen und weitere Minimalinvasive Collagen in Augenschein zu nehmen.

Fotos: Kathryn Kortmann
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